Wirtschaft

Koordinatoren:
Dr. Wolfgang Büchele, Vorsitzender, Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft
Waleri Golubjew, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands, Gazprom


AKTUELLE VERANSTALTUNGEN UND PROJEKTE DER ARBEITSGRUPPE WIRTSCHAFT

Zur ersten Tagung in 2014 trifft sich die Arbeitsgruppe Wirtschaft des Petersburger Dialogs auf der Halbinsel Yamal im Norden Russlands. Die Sitzung vom 11.-14. März behandelt die Frage der "Entwicklung der fossilen Weltenergiemärkte in den nächsten 20 Jahren und ihre Auswirkung auf die deutsch-russischen Beziehungen" und steht unter der Leitung von Dr. Eckhard Cordes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, und Waleri Golubjew, Stellvertetender Vorsitzender von Gazprom.

Sitzungen der AG Wirtschaft 2013

Hintergrund: Entwicklung der AG Wirtschaft des Petersburger Dialogs
Die deutsch-russische wirtschaftliche Zusammenarbeit wurde in den letzten Jahren deutlich intensiviert. Über die wirtschaftspolitischen Kontakte hinaus konnte die Zusammenarbeit in verschiedenen Branchen ausgebaut werden. Dazu gehören u.a. Energie, Luft- und Raumfahrt, Arbeitsgruppe Wirtschaft in Hamburg  2004Finanzdienstleistungen, Gesundheit, Logistik und Transport, Kommunalwirtschaft, Auto- und Zulieferindustrie, Bauwirtschaft, Einzelhandel, Elektrotechnik/Elektronik sowie Landwirtschaft. Gleichzeitig hat das Interesse der Unternehmen zugenommen, über die bekannten Wirtschaftsstandorte hinaus sich stärker in den Regionen zu engagieren. Dies geht einher mit dem russischen Ansatz der Schaffung von Sonderwirtschaftszonen u.a. in Moskau, dem Moskauer Gebiet, St. Petersburg, Tomsk, der Republik Tatarstan sowie Lipezk. Parallel dazu wurde die Zusammenarbeit mit den russischen Regionen intensiviert, exemplarisch dafür steht das Sibirien-Jahr 2007 in Deutschland, das der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft anlässlich der letztjährigen Regierungskonferenz in Tomsk mit dem Sibirischen Abkommen vereinbarte. Deutschen Unternehmen soll der Zugang nach Sibirien vereinfacht werden, begleitet durch eine Mittelstandsorientierte Wirtschaftspolitik der russischen Regierung. Mittelstandskonferenzen in Russland und Deutschland sollen den Unternehmen aus beiden Ländern die Möglichkeit geben, Erfahrungen auszutauschen und Ansätze für gemeinsame Projekte zu entwickeln.

Im Jahr 2006 unterstrich die deutsche Wirtschaft die Bedeutung der Modernisierung der russischen Industrie und Vertiefung der bilateralen Kooperation in diesem Bereich. Hierzu hat der Ost-Ausschuss Maßnahmen wie Initiative deutsch-russische Ingenieursausbildung, engere Zusammenarbeit im Bankensektor und in den Bereiche Logistik und Infrastruktur, Vertiefung des Energiedialogs und der Mittelstandskooperation umgesetzt. Ende 2006 fand in Moskau eine Mittelstandskonferenz statt und im April dieses Jahres gab es nach zwei Jahren den ersten bilateralen Energiegipfel in Moskau. Die ersten russischen Ingenieure werden 2007 nach Deutschland kommen.

Die Förderung einer Imageverbesserung beider Länder mit Hilfe von gezielten Informationskampagnen bei Journalisten und Schulen wurde 2005 beschlossen. Der gegenseitige Wissensaustausch im Bereich der Aus- und Weiterbildung sollte effektiver unterstützt werden. Es wurde eine Projektgruppe einberufen, die eine Orientierung auf eine urbane Struktur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten in Russland sicherstellen soll.

Im Jahr 2004 wurde festgestellt, dass das Transform-Programm der Bundesregierung eine sehr effektive Hilfe beim Aufbau einer KMU-Struktur (kleine und mittelständische Unternehmen) darstellt. Die Ergebnisse des gemeinsamen Programms mit der EBRD zur Förderung des russischen Mittelstandes wurden vorgestellt. Insbesondere im Bereich Öffentliche Ausschreibungen gab es gute Fortschritte. Es wurde beschlossen, eine Informationsreise für deutsche Journalisten nach Russland zu organisieren und die Kontakte deutscher hochrangiger Wirtschaftsvertreter mit russischen Journalisten zu fördern.

Die Projekte „Ukrainisches Gas-Pipeline-Netz“ sowie „Ostsee-Pipeline“ intensiver zu fördern wurde im Jahr 2003 vereinbart. Innovation und Technologietransfer wurden als essentiell für die deutsch-russische Zusammenarbeit dargestellt. Als Beispiel für eine Zusammenarbeit im Hochtechnologiesektor wurde das Projekt des internationalen Bildungs- und Beratungszentrums „Interlogistik“ vorgestellt. Eine Arbeitsgruppe zu Corporate Governance in beiden Ländern wurde gegründet, um Investitionsentscheidungen zu erleichtern.

Die Wiederbelebung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und den neuen Ländern Deutschlands, der Abbau von Barrieren und die Schaffung neuer Mechanismen einer Zusammenarbeit war eines der Themen, die im Jahr 2002 befürwortet wurden. Für Sachsen-Anhalt und Brandenburg wurden in dieser Hinsicht konkrete Initiativen unterbreitet. Die Umsetzung der Bankenreform in Russland wurde unterstützt, und es wurde eine engere Zusammenarbeit zwischen den nationalen Banken bezüglich des Austauschs von Wissen und Technologien beschlossen.