Neben Tschaikowskis "Schwanensee" und der Premiere zu Prokofjews „Romeo und Julia“ hat das Staatsballett Berlin aktuell ein ungewöhnliches Theaterspektakel auf dem Programm, das erst auf den zweiten Blick einen russischen Bezug offenbart. Mit „Symphony of Sorrowful Songs“ hat der
slowenische Theaterregisseur Tomaz Pandur gemeinsam mit dem Choreografen Ronald Savkovic eine monumentale Inszenierung über die Wahrnehmung von Zeit erarbeitet, die musikalisch im Wesentlichen auf Henryk Goreckis 3. Sinfonie, der Sinfonie der Klagelieder, basiert und Texte über eine Stimme aus dem Off (Hanna Schygulla) einspielt. Schauspiel, Musiktheater oder Tanz – eine genaue Einordung scheint schwierig. In „Symphony of Sorrowful Songs“ will Tomaz Pandur mit dem Staatsballett Berlin und Vladimir Malakhov zugleich ein Panorama russischer Seelenlandschaften durchwandern. Vor dem Hintergrund des Werdens und Vergehens von Kreativität entfaltet sich ein hochemotionaler szenischer Kosmos, in den Stimmungen hineingetragen werden, wie sie sich mit dem Ikonenmaler Andrej Rubljow und seiner archaischen, russischen Lebenswelt verbinden lassen. Inspirieren ließ sich Pandur auch vom russischen Filmemacher Tarkowski und dessen Buch „Sculpting in time“ sowie dem russischen Schriftsteller und Philosophen Fjodor Dostojewski. Dieser habe einmal geschrieben, dass wir nur, wenn wir den Zustand absoluter Glückseligkeit erreicht hätten, keine Zeit mehr bräuchten, so Pandur in einem Interview.
►Spieltermine gibt es ab 30. Januar sowie außerdem noch im Februar und März 2012 – weitere Informationen finden Sie hier über diesen Link auf der Webseite des Staatsballets.
Für die Liebhaber des klassischen Balletts hat das Staatsballett Berlin in dieser Spielzeit eine Premiere zu bieten: Erstmals wird Sergej Prokofjews Komposition „Romeo und Julia“ in der Inszenierung John Crankos aufgeführt. Die Fassung, die er 1962 für das Stuttgarter Ballett geschaffen hat, ist in die Ballettgeschichte eingegangen. Die verfeindeten Veroneser Familien Montague und Capulet, die Liebesszene vor Romeos Abschied oder schließlich Julias Tod – das sind die starken Motive, die mit William Shakespeares Drama verbunden sind. Im Zusammenspiel mit Prokofjews unverwechselbarer Ballett-Komposition ist in Crankos Meisterwerk die Vorahnung künftigen Leids genauso enthalten wie die Schönheit einer reinen und unschuldigen Liebe.
Bei der Premiere am 9. Februar 2012 in der Deutschen Oper Berlin tanzen in den Titelrollen die Ersten Solotänzer Nadja Saidakova und Mikhail Kaniskin. Die Ausstattung wird für das Staatsballett Berlin von dem Bühnenbildner Thomas Mika neu entworfen. Es spielt das Orchester der Deutschen Oper Berlin unter der Leitung von Guillermo García Calvo.
►Weitere Spieltermine sind bis Juni 2012 vorgesehen, nähere Informationen dazu finden Sie hier.
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit ist Pjotr Tschaikowskis unverwechselbare Komposition „Schwanensee“ am 20. und 25. Januar 2012 in der Deutschen Oper Berlin zu erleben. Es tanzen Iana Salenko (Odette/Odile) und Rainer Krenstetter (Prinz Siegfried) sowie Solisten und Corps de ballet des Staatsballetts Berlin.
►Für weitere Informationen nutzen Sie bitte diesen Link zum Staatsballett Berlin.