Medien

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"Die Rolle der Medien in den neuen Beziehungen zwischen Deutschen und Russen"

Koordinatoren:
Kai Diekmann, Chefredakteur und Herausgeber, BILD-Zeitung
Natalja S. Tscherkessowa, Leiterin der Informationsagentur „Rosbalt“

Eröffnet wurde die Sitzung der Arbeitsgruppe 6 durch ein Referat von Prof. Dr. Albert Scharf zum Thema „Die beiden Säulen der Meinungsfreiheit: Unabhängigkeit und Vielfalt“, worin die Entwicklung und der Schutz der Pressefreiheit seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland skizziert wurden. Anschließend folgte eine sehr eingehende Diskussion über die Rolle und Situation der Medien in beiden Ländern und die Möglichkeiten der freien Berichterstattung nach dem 11. September 2001, wobei nur in wenigen Punkten Übereinstimmung erzielt werden konnte. Von deutscher Seite wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass die Vorgänge um NTW, TW 6, Nowaja Gaseta sowie um den Korrespondenten der taz, Klaus-Helge Donath, Anlass zu großer Sorge gäben.

Die Arbeitsgespräche des folgenden Tages wurden von Herrn Raf Schakirow eröffnet, der über die „Grundlagen der Pressefreiheit in Russland unter besonderer Berücksichtigung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit“ referierte. In der anschließenden Diskussion wurde eingehend über die wirtschaftlichen Voraussetzungen journalistischer Arbeit, die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland und den Einfluss der Anzeigenkunden auf die Berichterstattung gesprochen.

Einigkeit bestand schließlich darüber, dass die Beziehungen zwischen Deutschen und Russen im Bereich der Medien besonders durch den Aufbau von Netzwerken sowie durch konkrete Projekte zu verbessern seien. Daher wurden folgende Vorhaben beschlossen:

1. Einführung eines Journalistenprogramms „Vier Wochen in Deutschland“ für russische Journalisten bis 35 Jahre mit guten Deutschkenntnissen.
2. Durchführung von vier Live-Konferenzschaltungen Moskau–Berlin bei ORT (Erstes Russisches Staatliches Programm) im Jahr 2002/2003.
3. Regelmäßige Veröffentlichung von Artikeln aus der russischen Zeitung „Sankt Peterburgskije Wedomosti“ in einer deutschen Zeitung.
4. Vergleichende Studie zur deutschen und russischen Mediengesetzgebung.
5. Zusammenarbeit zwischen der Großen Journalistenjury in Russland und dem deutschen Presserat.
6. Einführung von Journalistenpreisen für die beste Publikation über Russland bzw. Deutschland.
7. Soziologische Studien zum Bild der Deutschen und Russen im jeweils anderen Land und anschließende Veröffentlichung unter dem Titel: „Deutsche über Russland. Russen über Deutschland.“
8. Erweiterung der Webseite „Petersburger Dialog“.
9. Die „Moskauer Deutsche Zeitung“ soll unter dem Logo „Petersburger Dialog“ erscheinen.
10. Weltkongress der russischen Presse in Berlin im Jahr 2002.