Medien

Koordinatoren:
Johann Michael Möller, ehem. Hörfunkdirektor und stellv. Intendant, Mitteldeutscher Rundfunk
Witali Ignatenko, Vorsitzender des Kollegiums der russischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN UND PROJEKTE DER ARBEITSGRUPPE MEDIEN DES PETERSBURGER DIALOGS


Hintergrund: Entwicklung der AG Medien des Petersburger Dialogs
Die Arbeitsgruppe Medien widmet sich stets den aktuellsten Themen in den deutsch-russischen Beziehungen. Dabei zeichnet sich die Arbeit der Gruppe dadurch aus, dass sich in den vergangenen Jahren eine offene Diskussionskultur entwickelt hat, die der Forderung des russischen Präsidenten aus dem Jahr 2006 alle Ehre macht: „Der Petersburger Dialog nimmt eine Sonderstellung unter den zahlreichen Institutionen im Bereich der russisch-deutschen Beziehungen ein. Hier wird ein offener Dialog zu praktisch allen die Gesellschaften unserer Länder bewegenden Fragen gepflegt… Je heftiger die Diskussion, desto höher ist der Wert dieses Gesprächsforums, das einberufen wurde, um Unklares zu klären und das Vertrauen ineinander und das gegenseitige Interesse aneinander zu bewahren.“
So stand in Hamburg im September 2004 die Geiselnahme in der russischen Stadt Beslan im Mittelpunkt der Diskussionen und das Thema und die Teilnehmer der Podiumsdiskussion wurden kurzfristig der aktuellen Situation Teilnehmer der Medienkonferenz 2006
Foto: Igor Sarembo
angepasst. In Dresden 2006 wurde die russische Journalistin Anna Politikowskaja wenige Tage vor dem Petersburger Dialog tot aufgefunden. In der Plenarsitzung wurde Präsident Putin direkt auf den „Fall Politkowskaja“ angesprochen und um Aufklärung gebeten.

Neben den aktuellen Themen initiierte die Gruppe jedoch auch stets weitere Projekte wie den Peter-Boenisch-Gedächtnispreis.
Dieser Journalistenpreis wurde zum Gedenken an den langjährigen Vorsitzenden des Petersburger Dialogs nach dessen Tod im Juli 2005 angeregt. Im Herbst 2006 schließlich konnte der Preis auf dem 6. Petersburger Dialog in Dresden erstmals an drei russische Nachwuchsjournalisten überreicht werden, die sich in ihren Beiträgen mit deutsch-russischen Aspekten auseinandergesetzt hatten. Weitere Informationen finden Sie in der Rubrik Projekte unter Peter Boenisch Gedächtnispreis.

Im Mai 2006 veranstaltete das Deutsch-Russische Forum eine Medienkonferenz unter Beteiligung von Journalisten verschiedener russischer und deutscher Medien in Kaliningrad. Das Treffen, das mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amtes stattfand, diente der Vorbereitung auf den 6. Petersburger Dialog in Dresden.

In den Jahren 2000 bis 2002, 2004 sowie im Mai 2007 reisten deutsche Medienvertreter in die russischen Regionen. Auf den Journalistenreisen wurden unterschiedliche Städte und Landesteile erkundet, darunter Sibirien, die Nordwest-Region sowie die Ural-Wolga-Region. Im Vordergrund standen jeweils Gespräche mit Vertretern der regionalen NGOs, aber auch mit Regierungsvertretern sowie dort ansässigen Unternehmern. Die Reisen wurden vom Deutsch-Russischen Forum organisiert.

Mehrere Filmprojekte wurden ebenfalls initiiert. Das jüngste Projekt wird vom NDR in Zusammenarbeit mit Merkur.tv durchgeführt. Die Dreharbeiten zum Film „Obninsk – eine Wissenschaftsstadt im Wandel“ (Arbeitstitel) begannen im August 2007 und werden voraussichtlich im Herbst in der ARD gesendet. Die Autoren des Films sind Christian Heynen und Michael Rutz, der Koordinator der Medienarbeitsgruppe.

Vor den Duma-Wahlen im Dezember 2003 reisten vier deutsche Journalisten im Rahmen eines Hospitantenprogramms nach Russland. Vertreten waren der Tagesspiegel mit Stefanie Flamm, das ZDF mit Jana Günther, die SächsischenJournalistenreise 2007
Foto: Nadine Reimer
Nachrichten mit Uwe Peter und die FAZ online mit Dr. Ralf Witzler. Die Journalisten hatten die Chance in Irkutsk, Krasnojarsk, Samara sowie in Petrosawodsk einen Einblick in die Arbeit der regionalen Medien zu erhalten.

Im Juni 2003 besuchten sieben hochrangige russische Journalisten die Bundeshauptstadt Berlin. Neben Gesprächen mit führenden deutschen Politikern fand ein Workshop zum Thema „Macht und Medien“ statt: Deutsche Journalisten diskutierten mit ihren russischen Kollegen über das Verhältnis zwischen den Medien und der Macht. Die Vorträge der Referenten wurden Anfang 2004 in gekürzter Fassung als Broschüre veröffentlicht. Das Projekt wurde mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amtes ermöglicht.

2001 wurde in Weimar ein Medienrechtsvergleich zwischen Deutschland und Russland angeregt. Die Leitung des Projekts übernahm auf deutscher Seite Prof. Dr. Albert Scharf, renommierter Medienrechtler und ehemaliger Intendant des Bayerischen Rundfunks. Auf russischer Seite wurde Prof. Dr. Michail Fedotow, Generalsekretär des russischen Journalistenverbandes, mit der Koordination betraut. Die Publikation, die aus den Treffen hervorging, wurde 2004 fertig gestellt.

Stand: August 2007