Kultur

Koordinatoren:
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger, Präsident, Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Prof. Dr. Michail Piotrowski, Direktor, Staatliche Eremitage

VERANSTALTUNGEN UND PROJEKTE DER ARBEITSGRUPPE KULTUR

http://petersburger-dialog.de/ag-kultur-august-2015

Bereits im Jahr der Gründung des Petersburger Dialogs regte die Arbeitsgruppe an, deutsch-russische Kulturtage zu veranstalten. Dies wurde in den Jahren 2003 und 2004 mit den deutsch-russischen Kulturbegegnungen umgesetzt. Logo der deutsch-russischen KulturbegegnungenDabei war 2003 das Jahr der russischen Kultur in Deutschland, dementsprechend 2004 das Jahr der deutschen Kultur in Russland. Das umfangreiche Programm ging ganz wesentlich auf Anregungen des Petersburger Dialogs zurück und wurde von staatlichen wie zivilgesellschaftlichen Akteuren mit großem finanziellen Engagement und bewundernswertem Enthusiasmus unterstützt. Ebenfalls 2003 empfahl die Arbeitsgruppe eine Ausstellung zum Thema „Merowinger / Völkerwanderungszeit (Eremitage, Puschkinmuseum, Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin) durchzuführen, die schließlich im Jahr 2007 in Moskau gezeigt werden konnte.
Als erfolgreiches Projekt kann die Ausstellung „Moskau-Berlin 1950–2000“ bezeichnet werden, die im Jahr 2003 in Berlin und im Jahr darauf in Moskau gezeigt wurde. In Berlin wurde die Ausstellung begleitet (und in der Trägerschaft der Berliner Festspiele) von Programmen neuer russischer Musik und des Theaters sowie des jungen russischen Films – letzteres nicht nur, aber auch im Rahmen der Berlinale.
Eine weitere Ausstellung über deutsche Russlandbilder seit dem 18. Jahrhundert wurde 2004 im deutsch-russischen Museum in Karlshorst gezeigt. Zuvor konnten die Bilder der Blockade Leningrads im Frühjahr 2004 im Hamburger Rathaus gezeigt werden.
Im November 2003 startete in Moskau im Rahmen der „Dezemberabende“ die Reihe „Seiten des Dialogs: Malerei und Musik im 19. Jahrhundert“, in der die Besucher sowohl akustische als auch visuelle Eindrücke gewinnen konnten.
Im selben Jahr führten das Russische Zentrum für internationale Zusammenarbeit und das Russische Haus Berlin in Verbindung mit dem Goethe-Institut im Hinblick auf das 300jährige Stadtjubiläum von St. Petersburg eine Reihe eigener Veranstaltungen durch, u.a. Präsentationen von Archivmaterial und eine Ausstellung „Petersburg – Fenster nach Russland“. Bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wurde – ebenfalls zum St. Petersburger Stadtjubiläum – eine Ausstellung „Das imperiale St. Petersburg“ (in Großmodellen der Architektur) durchgeführt.
Die Arbeitsgruppe Kultur unterstützt nachdrücklich das gemeinsame Projekt „Russlands Gedächtnis“ russischer und deutscher Initiativen, das russischen Schülern und Studenten die Möglichkeit geben soll, Menschen ihres persönlichen Umfeldes nach deren Kriegserinnerungen zu befragen und darüber eventuell kürzere Dokumentarfilme zu drehen.
Seit 2006 wurden mehrere Kooperationsprojekte initiiert, darunter die von der Stiftung Preu-ßische Schlösser und Gärten gemeinsam mit der Eremitage St. Petersburg und dem Peterhof geplante Ausstellung „Berlin – St. Petersburg“, die Ende 2007 in St. Petersburg und anschließend in Berlin gezeigt werden soll und die außergewöhnlich fruchtbaren dynastischen, kulturellen und politischen Verflechtungen zwischen Russland und Preußen zwischen 1800 und 1850 zeigen soll.
Eine Kooperation wurde ebenfalls zwischen den beiden Instituten Stiftung Neuhardenberg mit dem Tolstoi-Museum Jasnaja Poljana konzipiert, die beide an der Peripherie großer Metropolen die Erinnerung bedeutender Persönlichkeiten wach halten und deren Traditionslinien in die Gegenwart ausziehen. Mit einer Vielzahl von gemeinsamen Debatten, Konzerten, Stipendien und Ausstellungen soll modellhaft vorgeführt werden, wie zwei Institutionen abseits der Hauptstädte auf höchstem Niveau kooperieren und gemeinsam das allzu lang geteilte Gedächtnis Europas zusammenzuführen helfen können.
Ein weiteres Projekt ist die vom Historischen Museum Moskau gemeinsam mit dem Museum Karlshorst konzipierte Ausstellung über deutsche Russland-Bilder und russische Deutschland-Bilder seit 1800 bis in die Gegenwart. Die Schau soll im Dezember 2007 bzw. im Frühjahr 2008 in Berlin und Moskau zu sehen sein.
Im Herbst 2007 fanden zudem eine Reihe von Veranstaltungen rund um das Thema Denkmäler statt:
1. Ausstellungseröffnung zu Avantgarde-Bauten am 7. September in Berlin
2. Film-Matinee über sowjetische Denkmäler am 9. September in Berlin
3. Vorträge über Moskauer Denkmäler aus der Sowjetzeit am 10. und 11. September 2007
4. Ausstellungseröffnung über Architekturdenkmale am 13. September 2007 um 18.00 Uhr in Berlin.

Am 27. und 28. November fand zudem in der Eremitage in St. Petersburg die Konferenz „Welterbe weiterbauen“ statt. Die Erweiterung, Wiederherstellung und Modernisierung historischer Museumsbauten unter en Aspekten der Denkmalpflege einerseits und den Nutzeranforderungen der Museen unserer Zeit andererseits wurden anhand der aktuellen Bauplanungen der Eremitage und der Berliner Museumsinsel vorgestellt. Experten für Denkmalschutz, Architekten, Bauingenieure, Stadtplaner sowie Museumsleiter beider Länder berichteten über ihre Erfahrungen und formulierten ihre Vorstellungen. Besondere Bedeutung wurde dabei dem Umstand beigemessen, dass die Eremitage und die Berliner Museumsinsel eingetragene UNESCO-Welterbestätten sind.

Stand November 2007