Jugendliche engagieren sich für Dialog - Deutsch-Russisches Rundtischgespräch

Diskussion der jungen Teilnehmer (Foto: A. Yasinskaya)
Zeitzeuge: "Chefplaner" des Abzugs Generaloberst a. D. Anton Terentjew
Rundtischgespräch "20 Jahre Abzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland - Erinnerungskultur und Zukunftsaufgabe Frieden"
Teilnehmer im Gespräch mit Generaloberst a. D. A. Terentjew
Teilnehmer vor dem Haus der Offiziere auf dem ehemaligen Militärgelände Wünsdorf
Rundgang auf dem ehemaligen Militärgelände Wünsdorf
Teilnehmer bei der Besichtigung in Wünsdorf

Deutsch-Russische Jugendbegegnung: Rundtischgespräch zum Thema „20 Jahre Abzug der sowjetischen/russischen Truppen aus Deutschland - Erinnerungskultur und Zukunftsaufgabe Frieden“

Zwanzig junge Teilnehmer aus Russland und Deutschland trafen vom 28.-30. August 2014 in Berlin und Wünsdorf im Rahmen einer Jugendbegegnung zusammen. Im Zentrum der Veranstaltung stand ein Rundtischgespräch zum Thema „20 Jahre Abzug der sowjetischen/russischen Truppen aus Deutschland - Erinnerungskultur und Zukunftsaufgabe Frieden“, moderiert von Johannes Grotzky, Honorarprofessor an der Universität Bamberg und ehemaliger Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks, und Wladislaw Below, Leiter des Zentrums für Deutschlandforschungen am Europainstitut der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau. Die Teilnehmer, darunter junge Historiker, Politikwissenschaftler, Journalisten und Filmemacher, stellten verschiedene Projekte zum o. g. Thema vor und konnten sich dazu mit einem Zeitzeugen, dem Chefplaner des Abzugs Generaloberst a.D. Anton Terentjew, austauschen. Aus aktuellem Anlass wurde auch die Krise in der Ukraine intensiv diskutiert – die jungen Teilnehmer unterstrichen dabei die Notwendigkeit, miteinander im Dialog zu bleiben.
Zum Auftakt der Begegnung hatte Regisseurin und Teilnehmerin Stefanie Trambow ihren Dokumentarfilm „Lenin in Vogelsang“ über eine sowjetische Garnison in der DDR vorgestellt. Der Film zeichnet die Geschichte der Stationierungszeit allein anhand von Interviews mit Zeitzeugen, Veteranen des Zweiten Weltkriegs, ehemals in Deutschland stationierten sowjetischen Soldaten und deutschen Anwohnern nach. Dabei entsteht ein vielfältiges Bild unterschiedlicher Erinnerungen und Ansichten zum Thema, das von den Akteuren hinter der Kamera gänzlich unkommentiert bleibt. Mit ihrem Film wolle sie „ein stückweit einen Dialog in den deutsch-russischen Beziehungen anregen“, so die Autorin.
Ein ganz ähnliches Anliegen verfolgen zwei weitere Projekte aus dem Kreis der Teilnehmer: zum einen der Flugplatz Nohra e.V., ein Verein, der von jungen Leuten gegründet wurde, um die Geschichte der Stationierung sowjetischer Truppen in der Umgebung Weimars zu dokumentieren und einen Diskurs darüber zu initiieren, zum anderen ein Bildband der Fotografen Detlev Steinberg und Andreas Franke mit historischen Aufnahmen vom Abzug der Soldaten aus Wünsdorf sowie Bildern des ehemaligen Militärgeländes heute. Letzteres konnten die Teilnehmer bei einem Rundgang und einem Besuch des Museums „Roter Stern“ zum Abschluss des Treffens kennenlernen. Beim Besuch der Konferenz „Sicherheitspolitik in Europa 20 Jahre nach dem Abzug der sowjetischen/russischen Truppen“ in der Bundesakademie für Sicherheitspolitik hatten die Teilnehmer außerdem Gelegenheit, die aktuelle Debatte zur deutsch-russischen Zusammenarbeit von 1994 bis heute unter Mitwirkung namhafter Persönlichkeiten mitzuverfolgen.
Die deutsch-russische Jugendbegegnung wurde vom Petersburger Dialog gemeinsam mit dem Deutsch-Russischem Forum organisiert und von der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt. Weitere Partner waren die Stiftung West-Östliche Begegnungen, der Gorchakov-Fond und das Europainstitut der Russischen Akademie der Wissenschaften.

VERANSTALTUNGSTIPP: Der Film „Lenin in Vogelsang“ wird in Anwesenheit der Autorin Stefanie Trambow am 9. September 2014 um 19 Uhr im Deutsch-Russischen Museum Karlshorst gezeigt. Weitere Informationen unter www.lenin-in-vogelsang.org.