Protokoll AG Medien

Druckversion
Druckversion

„Zwischen Kulturkampf, Terrorismus und Pressefreiheit – Journalismus in unruhigen Zeiten“

Die Arbeitsgruppe Medien hat mit Bestürzung den Mord an der Kollegin Anna Politkowskaja zur Kenntnis genommen. Sie hat mit einem gemeinsamen Kondolenzschreiben der deutschen und russischen Teilnehmer an den Chefredakteur der Nowaja Gaseta, Herrn Dimitri Muratow, und die Redaktion dieser Zeitung reagiert.
Darin hat die Arbeitsgruppe betont, dass die freie Meinungsäußerung die Grundlage einer freien Zivilgesellschaft bildet. In einem weiteren Schreiben an die russische Staatsanwaltschaft hat die Michael Rutz, Thomas Roth und Peter Frey
Foto: Thomas Augsten
Medienarbeitsgruppe die dringende Hoffnung ausgesprochen, dass die Täter gefasst und Journalisten in ihrer Arbeit künftig eindeutig geschützt werden.

Vor dem Hintergrund dieses Mordes entspann sich eine ausführliche Diskussion über die Entwicklungen der Zivilgesellschaft vor allem in Russland, aber auch in Deutschland. Es bestand Einigkeit darin, dass ein freier Journalismus Einschüchterungen nicht nachgeben darf. Bei diesem Ziel erwarten Journalisten die eindeutige Unterstützung der Gesetzgebung. Bei der Debatte traten auch offene Unterschiede in den Auffassungen vom Verhältnis des Journalismus zur Politik zutage, wie auch Unterschiede in der Einschätzung des Standes der Meinungsfreiheit in den jeweiligen Ländern.

Das Gespräch unter den Journalisten war in diesem Jahr besonders intensiv. Auf diesem Niveau sollen die Kontakte fortgeführt werden. Zur Ausweitung der persönlichen Kontakte sollen deshalb vor dem nächsten Petersburger Dialog zwei weitere Treffen, je eines in Moskau und Berlin, stattfinden. Der Austausch junger Journalisten, der seit vielen Jahren auf hohem Niveau stattfindet, soll ausgebaut werden und künftig verstärkt auch junge deutsche Journalisten durch Praktika in Russland einbeziehen. Dafür wird stärkere Unterstützung der Medien beider Seiten erbeten. Das Angebot von Reisen für Journalisten in das andere Partnerland soll ausgebaut werden. Angestrebt wird ab 2008 zudem ein journalistischer Master-Studiengang, der gemeinsam von der Lomonossow-Universität Moskau und der Freien Universität Berlin angeboten werden soll. Angeregt wird die verstärkte Einladung zu Gastkommentaren aus dem Partnerland.