Abschlussbericht und Ergebnisse des 9. Petersburger Dialogs

Lothar de Maizière im Gespräch mit Wiktor SubkowAbschlussbericht und Ergebnisse des 9. Petersburger Dialogs in München vom 14.-16. Juli 2009.

Vertrauen war ein Schlüsselwort beim 9. Petersburger Dialog, der vom 14.-16. Juli 2009 in München stattfand. Mit Blick auf das diesjährige Dachthema „Wege aus der Krise aus Sicht der Zivilgesellschaften Deutschlands und Russlands“ wurde deutlich, dass die Krise durchaus auch positive Effekte haben und als Chance begriffen werden kann. Unter dem Vorsitz von Dr. Dr. h.c Lothar de Maizière, Ministerpräsident a.D., und Dr. Wiktor Subkow, Erster Stellvertreter des Vorsitzenden der Regierung der Russischen Föderation, kamen 200 Teilnehmer aus allen gesellschaftlichen Bereichen Russlands und Deutschlands zusammen, um sich in Plenar- und Arbeitsgruppensitzungen mit der Frage des zivilgesellschaftlichen Beitrags zur Bewältigung der Krise zu beschäftigen. „Die Erfahrung des Dialogs zeigt, dass die Fähigkeit der konstruktiven Auseinandersetzung mit Problemen nicht nur Voraussetzung für eine Vertrauensbildung ist, sondern auch ein entscheidender Faktor, um konkrete Erfolge zu erzielen“, erklärt Lothar de Maizière, Vorsitzender des deutschen Lenkungsausschusses des Petersburger Dialogs, bei der Eröffnungsfeier des Dialogs. „Unser Dialog ist ein Beweis dafür, welche Kraft und Qualität von dieser Fähigkeit der Vertrauensbildung ausgeht“, so de Maizière.
Auch der neue Vorsitzende auf russischer Seite, Wiktor Subkow, setzt auf Vertrauensbildung durch Kooperation: „Wir wählen den Weg der Zusammenarbeit, der gegenseitigen Hilfe und dies nicht nur in einzelnen Fällen, sondern auf breiter Ebene. Auch von unseren gemeinsamen Antworten hängt es ab, wie lange die Krise andauern wird und nur gemeinsam ist es möglich, die Krise rasch zu überwinden.“

Auftaktveranstaltung mit Prof. Otmar Issing; Foto: Thomas Augsten
Neu in diesem Jahr war das Format der Eröffnungsveranstaltung des Petersburger Dialogs. Zwei Vorträge zum Dachthema des Dialogs bildeten den Auftakt der Feier im Festsaal des Bayerischen Hofs, an der auch etwa 200 Vertreter der Zivilgesellschaft teilnahmen. Als Redner von deutscher Seite konnte Prof. Dr. h.c. mult. Otmar Issing, Vorsitzender der von der Bundesregierung eingesetzten Expertengruppe „Neue Finanzarchitektur“, gewonnen werden, von russischer Seite Prof. Dr. Michail Piotrowski, Direktor der St. Petersburger Eremitage. Beide Vorträge sowie die anschließende Podiumsdiskussion mit Beteiligung der Redner sowie der Vorsitzenden des Petersburger Dialogs stießen auf gute Resonanz bei den Anwesenden. Prof. Piotrowski appellierte an die Gesellschaften beider Länder, die „guten Kräfte im Interesse der gegenseitigen Hilfe in unseren Ländern zwischen den Menschen zusammenzuführen“. Die Kultur sei eine Konstante in einer turbulenten Zeit und geeignet, den Menschen Halt zu geben und die Besinnung auf wesentliche Werte zu fördern. Prof. Issing umriss die Ursachen der Krise und forderte zugleich mehr Transparenz der Finanzmärkte, effizientere Regulierung und Aufsicht sowie ein mit langfristiger Stabilität vereinbares Anreizsystem. Er betonte, dass der Erfolg aller Reformbestrebungen in höchstem Maße vom gemeinsamen Vorgehen der entscheidenden Akteure abhängig sei.

Prof. Michail Piotrowski bei der Eröffnungsveranstaltung des Petersburger Dialogs; Foto: Thomas Augsten
Die sehr gute Atmosphäre beim 9. Petersburger Dialog wurde von allen Teilnehmern positiv hervorgehoben. Einen großen Anteil daran trägt der Gastgeber der diesjährigen Konferenz: Dank des außerordentlichen Engagements des Freistaats Bayern mit Ministerpräsident Seehofer an erster Stelle wurde die Veranstaltung auch in organisatorischer Hinsicht ein voller Erfolg. Die einzigartige bayerische Gastfreundschaft konnten die Teilnehmer des Dialogs nicht zuletzt beim Empfang des Ministerpräsidenten in der Brauereigaststube Aying erleben.